Wie Ernährung auf die Psyche wirkt
Wie was und wann wir essen unsere Stimmung beeinflusst
„Das ist alles Kopfsache“, „Dein Denken bestimmt Dein Leben“, „Du fühlst Dich so, wie Du denkst“. Das lesen und hören wir ständig. Und es ist wahr. Und doch nicht ganz so einfach..
Ich habe mich jahrelang malträtiert, dass ich nicht gut und positiv genug denke und mich deshalb nicht wohl fühle. Wenn mein „Mindset“ besser wäre, wäre ich sicher ein glücklicherer Mensch und würde so viel bessere Entscheidungen treffen. Das hat aber so nicht funktioniert. Im Gegenteil, ich habe mich bloß immer mehr unter Druck gesetzt, weil ich mich, meinen Kopf, nur nicht „genug unter Kontrolle“ hatte. Schließlich müsste ich ja nur die Perspektive ändern und schon würde ich mich glücklich fühlen.
Es war erst, als ich mich mit der direkten Beziehung von Ernährung und dem psychischen Wohlbefinden beschäftigt habe, als ich zu verstehen begann, wie sehr meine Darmgesundheit, die Zufuhr gewisser Nährstoffe, die Abwesenheit anderer Toxine und sogar die Essenszeiten und -frequenzen direkt mit für meinen mentalen und emotionalen Zustand verantwortlich sind.
Ich begann, meinem Körper Pausen zu geben, sich zu reinigen und ihm Nährstoffe, die er in diesen Momenten brauchte, zuzuführen. Ich verzichtete eine Zeit auf Brot, Zucker, Café. Ich beschränkte meine Mahlzeiten auf 2 am Tag (da fällt einem erst einmal auf, wie oft wir zwischendurch etwas snacken und der Körper ständig mit Verdauung beschäftigt ist). Diese 2 Mahlzeiten waren sättigend und nährend- ich hatte keinen Hunger zwischendurch und konnte mich auf andere Dinge konzentrieren.
Wir denken am klarsten, wenn die Verdauung Pause hat
Brad Pitt musste mal für einen Film extrem abnehmen. Er baute dafür lange Fastenzeiten ein und er sah wirklich nicht mehr zu gesund aus danach. Doch er bemerkte eine Sache: Er sagte, er habe eine Klarheit in seinem Kopf, in seinem Denken und Fühlen erlebt, wie er sie nicht für möglich gehalten hätte. Manchmal würde er sich wünschen, diese Klarheit noch einmal zu erlangen.
Jesus fastete 40 Tage in der Wüste. Religionen haben feste Fastenpraktiken als Form der Besinnung und Reinigung. Buddhisten mäßigen sich vor der Meditation für geistige Klarheit.
Sicher sollten wir jetzt nicht alle anfangen, tagelang nichts mehr zu essen- das wäre auch viel zu gefährlich!! Doch ist es ja anscheinend seit Jahrtausenden bekannt, dass es Geist und Körper guttut, dem Körper eine Pause zu lassen. Damit meine ich zum Beispiel die „kleine Fastenzeit“ zwischen Abendessen und Frühstück. Den Körper sich nachts regenerieren lassen.
Zucker, künstliche Zusatzstoffe, Alkohol
Diese Dinge belasten unseren Körper. Da er ein Wunderwerk ist und ständig dafür sorgt, dass alles in Balance kommt, kümmert er sich als erstes darum, alles abzubauen, was „giftig“ ist und die dabei anfallenden Abfallstoffe wieder aus ihm herauszubekommen. Das ist extrem anstrengend für ihn und er kann sich weniger um andere Prozesse kümmern, die er für den Erhalt unserer Gesundheit braucht. Außerdem, und dies ist sehr vereinfacht ausgedrückt, können zu viel Zucker und einfache Kohlenhydrate unsere Zellen „verkleben“, was sich auf unsere Stimmung und unser Denken auswirken kann.
Besser essen, besser denken, besser fühlen
Ich habe viel ausprobiert in Sachen Ernährung. Fasten, Keto, Paleo, „Superfoods“, ..Manches hat mit gut getan, anderes nicht so. Es ist eine sehr persönliche und individuelle Sache, was wem zu welchem Zeitpunkt hilft. Ein paar grundsätzliche Dinge allerdings habe ich mitgenommen: Wenn ich merke, dass ich mich länger als ein paar Tage nicht wohl fühle, die Stimmung tiefer rutscht, dann kümmere ich mich um meine Ernährung und meinen Schlaf. Nichts im Außen bringt mich langfristig sonst wieder auf Kurs. So kann ich wieder klar denken und handeln.
