Routinen vs. Disziplin
Wie wir es schaffen, wirklich „gesünder“ zu leben
Wer kennt es nicht- wir wollen gesünder leben, besser essen, abnehmen, fitter werden, uns gut fühlen. Also nehmen wir uns vor, ab morgen damit zu beginnen. Wahrscheinlich schaffen wir es, uns ein paar Tage Sport zu machen, weniger und mit frischeren Zutaten zu essen, auf Kaffee oder Alkohol zu verzichten und etwas mehr zu schlafen. Wir fühlen uns kurz besser…
..und dann passiert etwas, nennen wir es „das Leben“- wir erhalten „schlechte Neuigkeiten“, wir müssen uns um etwas Unvorhergesehenes kümmern und haben weniger Zeit, oder wollen uns einfach belohnen für unsere Disziplin in der letzten Zeit. Wir essen den Schokoriegel, bleiben 1,2 Stunden länger auf dem Sofa vor dem Fernseher und greifen zur Fertigpizza. Und schon sind wir mit einem Bein wieder drin in den alten Gewohnheiten, die wir noch vor kurzem so sehr ändern wollten und uns jetzt aber wieder eigentlich ganz schön erscheinen. Wir fühlen uns irgendwie wohler im Bekannten. Sicherer.
Wie es besser funktioniert
1.1 Dein Ziel richtig definieren
Ein konkretes Ziel ist wichtig, damit Du nicht planlos, je nach Stimmungslage und Situation, die Richtung wechselst wie ein Schiff, dass seinen Anlaufhafen nicht kennt und schnellstmöglich wieder in den Heimathafen zurückkehrt, sobald die See etwas stürmisch wird. Frage Dich also, was Du konkret möchtest- 5 Kilo abnehmen? 2 cm Bauchumpfang verlieren? 4 km am Stück joggen können? Das gibt Dir eine Richtung, etwas, was Du ansteuern kannst.
Und nun frage Dich: „Wer möchte ich sein?“ Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
1.2 Der Prozess ist das eigentliche Ziel
Es ist toll, wenn Du es geschafft hast, die 5 Kilo abzunehmen. Doch was passiert, wenn Du das erreicht hast? Viele Menschen fühlen sich leer und verwirrt, wenn sie „das haben“, worauf sie so lange und hart hingearbeitet haben. Weil sie nicht wissen, was sie nun tun sollen. Im schlimmsten Fall fallen sie nun wieder zurück in ihr altes Leben und der erreichte Erfolg ist eine schöne Anekdote aus früheren Zeiten.
Wichtiger, als der Erfolg im Außen und entscheidend darüber, was danach kommt, ist, wer Du auf diesem Weg geworden bist. Nämlich nicht ein Mensch, der sich quälend ein paar Kilo runtergehungert hat und sich ständig gereizt und mit eiserner Disziplin den Nachtisch verwehrt.
Sondern jemand, der Lust am Leben hat und gerne gesund isst. Jemand, der Spaß an Bewegung hat und ein aktives Leben führt.
Es fällt nämlich natürlich nicht immer leicht, etwas zu verändern, sonst hätten wir ja alle einen fitten Körper und würden täglich frisch kochen. Ja, es fordert Disziplin. Aber es ist einfacher, wenn wir dabei nicht noch zusätzlich Energie darauf verschwenden, etwas zu tun, was nicht im Einklang damit ist, wer wir sind.
Wenn Du also Momente hast, an denen Du keine Lust hast, die Laufschuhe anzuziehen oder das Gemüse fur‘s Abendessen vorzubereiten, frage Dich: „Was würde die Person, die ich sein möchte, tun?“ „Was würde eine Person mit einem gesunden Lebensstil tun?“
2. Fang‘ jetzt an, nicht morgen
Hast Du 15 Minuten Zeit? Dann zieh? Dir jetzt Deine Schuhe an und gehe 15 Minuten spazieren- gib Deinem Körper ein Zeichen, dass Du von nun an die Person wirst, „am werden bist“, die Du sein möchtest. Wenn Du nur denkst: „Morgen fange ich an, gesünder zu essen“, dann ist das etwas Theoretisches, was in irgendeiner Zukunft passieren könnte, nichts Reales. Es schaltet nichts um. Und vielleicht ist Dir morgen dann die Lust vergangen. Also in‘s Tun kommen. Jetzt.
3.1 Routinen aufbauen
Routinen sind Dein Weg, Dein Ziel, Dein Prozess. Routinen sind das, was wir tun, ohne darüber nachzudenken. Sie sind die Entscheidungen, die wir nicht mehr treffen müssen. Wir verlieren also keine Energie mehr damit, sondern machen sie einfach. So verringert sich die Gefahr, Dinge zu tun, die wir eigentlich nicht mehr tun wollen, weil sie uns nicht gut tun.
Fange mit einfachen Dingen an und orientiere Dich dabei an Deinen Zielen. Du möchtest die 4 km am Stück joggen? Trage Dir jeden Tag eine Zeit ein, in der Du die Laufschuhe anziehst und raus gehst. Gehe Spazieren, wenn Du noch nicht fit genug bist. Dann versuche, ein paar Schritte zu joggen. Dann gehe weiter. Du möchtest gesünder essen? Nimm‘ Dir jeden Tag eine halbe Stunde, um Dir bewusst ein gesundes Essen vorzubereiten. Es geht darum, diese festen Routinen in Deinen Alltag einzubauen. Bald wirst Du ohne sie nicht mehr leben wollen.
3.2 Deine Routinen als Deine Basis nutzen
Wie schon erwähnt, es gibt etwas, was uns ständig wiederfährt und uns vor Herausforderungen stellt- das Leben- und Du wirst merken, dass Du recht schnell in Situationen gelangst, in denen Du die Orientierung verlieren könntest und Du verloren auf alles reagierst, was im Außen passiert. Deine Routinen sind Dein Anker, Dein Retter, Deine Basis, zu der Du immer wieder zurückkehren kannst, um wieder Kurs aufzunehmen. Auch, wenn Du kurz in‘s Schleudern geraten bist und mal „ausgesetzt“ hast. Nutze sie. Auch ein Kapitän bringt sein Schiff kontinuierlich wieder auf Kurs. Er setzt nicht „eine gerade Strecke“ an und lässt dann alles so. Wind, Wetter und Strömungen bringen das Schiff in jedem Moment zum Abweichen und sein Kapitän korrigiert ständig seinen Kurs.
Was möchtest Du verändern? Wer möchtest Du werden? Fang‘ heute an und genieße Deine Reise!
