Würdest Du Deine Creme essen?

Wir haben schon immer unsere Haut gepflegt. Bereits im alten Ägypten breitete man Mischungen aus Ölen, Fetten, Honig, Milch und Kräutern, um die Haut weich zu halten und zu schützen. Im antiken Griechenland wurde dann die erste dokumentierte Kaltcreme entwickelt. Sie bestand aus Wasser, Olivenöl und Bienenwachs und man nutzte sie zur Reinigung und zur Pflege der Haut. Sie ist unserer modernen Creme sehr ähnlich.

Im 19. Jahrhunder dann begann man, industrielle Kosmetikcreme massenhaft herzustellen. Es wurden synthetische Emulgatoren, Konservierungsstoffe und Mineralöle hinzugefügt, um eine gleichbleibende Textur, Haltbarkeit und Wirksamkeit auf Massenproduktionsniveau zu erreichen. Eine rein „natürliche“ Creme könnte nicht gelagert werden und müsste rasch aufgebraucht werden, da in wasserhaltigen Produkten sonst Bakterien, Schimmel oder Hefen wachsen könnten.

Synthetische Emulgatoren wie Polysorbate oder PEG-Derivate können die Haut reizen und bei sensibler Haut Rötungen, Juckreiz oder Kontaktdermatitis auslösen. Bei verletzter Haut können minimale Mengen in den Blutkreislauf gelangen und das Darmmikrobiom indirekt stören. In einer FDA-Studie 2019/2020 (Environment International) wurden Avobenzon (Sonnenschutzfilter) und andere Chemikalien wie Oxybenzon nach wiederholter Anwendung in Blut, Urin und Muttermilch nachgewiese. Laut einer Phtalate/Parabene-Studie 2019 (Journal of Hazardous Materials) waren synthetische Weichmacher und Konservierungsstoffe aus Cremes und Shampoos im Blut nachweisbar. Methylparaben zeigte bis zu 100% Absorption bei intakter Haut. Eine JLU- Studie 2025 (Journal of Chromatography A) ergab, dass Schadstoffe in Cremes und Pflegeprodukten (z.B. Mineralöle) bei Mikrorissen direkt in die Blutbahn gelangen können und wiesen Effekte auf Zellen nach.

Eigentlich ist unser Körper so perfekt ausgestattet, dass wir keine Produkte von außen brauchen, damit die Haut ihre Funktionen erfüllt. Eher sollte er vermehrt von innen genährt werden, denn von da aus baut er sich auf.

Durch die Beanspruchung in unseren modernen Welt (Heizungsluft, vermehrte Schadstoffe durch z.B. Straßenverkehr), aber auch durch Hitze, Schwitzen und das viel häufigere Duschen, zusätzlich mit Seife und Duschgel), ist es natürlich angenehmer, die Haut mit einer Creme zu pflegen, damit sie weicher und geschützter ist.

Doch könnten wir dies etwas bewusster tun: Macht es wirklich Sinn, täglich Duschgel zu verwenden, weiches unsere natürliche Hautbarriere „entfernt“, obwohl wir garnicht wirklich schmutzig geworden sind und nur etwas geschwitzt haben? Reicht Wasser nicht manchmal aus? Und sollten wir dann auch noch auf die danach viel vulnerable Haut auch noch eine parfümierte, chemische Paste auftragen, die Haut garnicht mehr atmen lässt?

Wir könnten doch unserer Haut etwas mehr Aufmerksamkeit und Respekt zollen und uns genauer anschauen, was wir auf sie auftragen, so dass sie nicht noch zusätzlich belastet wird und atmen kann.

Wenn ich eine Creme kaufe, schaue ich auf die Inhaltsstoffe und frage mich: Würde ich diese Creme essen? Denn sie könnte in meinen Blutkreislauf gelangen.. Natürlich würde ich keine meiner Cremes wirklich verzehren, aber es hilft mir, eher zu der Creme zu greifen, die zwar nicht so schick daher kommt und wunderbar riecht, dafür aber weniger Chemie und mehr Natur enthält.

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